Hier erfahren Sie alles über Manuka-Honig
Manuka-Honig im Detail

Aktivitätsangaben UMF, MGO, TA, NPA etc.

Kürzlich erreichte mich eine Anfrage aus der Schweiz, die ich nachfolgend wiedergebe:

 

„Im Egli Reformhaus habe ich kürzlich Manukahonig mit der Stärke- Angabe 25 TM gekauft (Sonnentor Bio Manuka Honig Der Starke Glas 250 g). Die Verkäuferin dort konnte mir nicht erkären, wievielen MGO dies entspricht, hingegen hat sie mir erzählt, dass die Werte von MGO durch ein Erhitzungsverfahren künstlich erhöht werden könnten. Nun bin ich verunsichert, ob ich erstens noch MGO - zertifizierte Honige kaufen soll und zweitens, wenn TM, welche Stärke?“

 

Meine Antwort ist vielleicht auch für andere Manuka-Honig Konsumenten interessant:

„Ca. 20 Jahre lang war lediglich die UMF-Klassifizierung bei Manuka-Honig üblich, um den einzigartigen Manukafaktor zu bestimmen. Gleich nach der Entdeckung durch Peter Molan, wurde UMF als Warenzeichen registriert und vor allem von Comvita und mittlerweile über 100 Lizenznehmern genutzt. All die Jahre wusste man, da ist etwas, konnte es jedoch nicht genauer benennen, bis 2006 ein Team von Lebensmittelchemikern an der TU Dresden den besonderen Inhaltsstoff als Methylglyoxal identifizierte. Seitdem lässt sich der Aktivitätsgrad von Manuka-Honig genau in mg/kg bestimmen. Auch wurde MGO gleich als Warenzeichen geschützt. Wahrscheinlich um Lizenzgebühren zu sparen oder um sich einfach aus der Masse abzuheben, waren einige Firmen geneigt, entweder auf Fantasiebezeichnungen wie aktiv +, aktiv 20+ (statt UMF20+) oder eben auf eigene Messverfahren auszuweichen. Eine kanadisch-neuseeländische Firma deklariert z.B. mit NPA für nichtperoxide Aktivität. Man misst also MGO, ohne es so zu nennen. Bei den meisten Honigen spielt Wasserstoffperoxid die Hauptrolle der antibakteriellen Wirkung. Bei Manuka-Honig dagegen ist es Methylglyoxal (nicht von H2O2 abhängig = nichtperoxid). Obwohl Sie von TM schreiben, gehe ich davon aus, dass Sie MGO nicht mit Transzendentaler Meditation oder registered trademark vergleichen wollen. Sonnentor spricht allerdings von TA für total activity. Die Erklärungen dafür sind jedoch etwas dürftig. Abgesehen von der Einleitung, die von Maori als traditionellen Nutzern des Honigs spricht, obwohl die Honigbienen erst vor ca 170 Jahren durch britische Missionare in Neuseeland eingeführt wurden und imkernde Maori auch heute noch eher ungewöhnlich sind, ist auch die weitere Argumentation nicht wirklich schlüssig. Die Messung der anderen Werte sei fälschungssicherer als UMF und MGO, aber wo bleibt dabei die Besonderheit des Manuka-Honigs, wenn ich nur das bewerte, was auch in jedem anderen Honig vorhanden ist? Ich bin ein absoluter Befürworter der ganzheitlichen Beurteilung, und auch Manuka-Honig ist weit mehr als nur MGO.

 

Manuka-Honig wurde bereits skandalös gefälscht. Mittlerweile sind die Nachweisverfahren jedoch so präzise, dass man Fälschungen sicher erkennen kann. Bei manchen Fälschungen handelte es sich wahrscheinlich nicht einmal um Manipulationen am Inhalt sondern vielmehr um Etikettenschwindel. Bei den Herstellern die UMF bzw. MGO als eingetragenes Warenzeichen benutzen, können Sie sicher sein, dass das drin ist was drauf steht. Was die Erhitzungstheorie betrifft, so kann der Umwandlungsprozess von DHA in MGO thermisch durchaus beschleunigt werden, allerdings nur auf Kosten eines erhöhten HMF-Wertes. Dadurch würde der Honig nicht mehr verkehrsfähig. Zumindest die deutsche Honigverordnung sieht einen relativ strengen Maximalwert für Hydroxymethylfurfural von 40 mg/kg vor, welcher bei Erhitzung des Honigs deutlich überschritten würde. Ich bin zuversichtlich, dass Sie den Sonnentorhonig ohne Bedenken verwenden können. Ein wenig schade finde ich es jedoch immer, wenn versucht wird, ein eigenes Produkt dadurch aufzuwerten, dass man das des Mitbewerbers schlecht redet.“

 

Physikalischen Größen wie Geschwindigkeit kann man sich mit Vergleichswerten annähern – so schnell wie ein Gepard oder so langsam wie eine Schildkröte – aber allgemein bedient man sich einer messbaren Summe aus Strecke und Zeit, also km pro Stunde. James Watt nannte eine Krafteinheit noch Pferdestärke. Heute ist die international dafür benutzte Einheit, das nach ihm benannte Watt x 1.000 = KW. Solche verbindlichen Maßeinheiten machen Leistungen verlässlich messbar. Für die Umrechnung PS / KW gibt es eine Formel. Bei der Aktivitätsmessung des Manuka-Honigs erhält man im Vergleich der Messverfahren bestenfalls Annäherungen. Absolute und reproduzierbare Messwerte erhält man bei Bestimmung des MGO-Gehalts, nämlich so und soviel mg Methylglyoxal pro kg Honig.


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